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Die Patrone

Das Wort Patrone(franz. aus lat. "Musterform", eigtl. "Vaterform") bezeichnete ursprünglich nur die Hülle (Hülse)für die Treibladung; heute steht es für die Hülse samt Geschoss, Treibladung und Zündsatz.



Frage: Woraus besteht eine Patrone?

Antwort:
Eine Patrone (Patronenmunition) besteht aus

1 . dem Geschoss (den Geschossen),

2. der Treibladung (dem Pulver),

3. dem Zündsatz (Zündhütchen, Zündung) und

4. der Hülse.




Der Widerstand, der zum Ausziehen des Geschosses aus der Hülse zu überwinden ist, heißt Auszugswiderstand (Ausziehwiderstand) des Geschossesdes Geschosses. Er beträgt je nach Patronensorte 300 bis 600 N (entsprechend 30 bis 60kg)
und hat für eine bestimmte Patronenfertigung (Laborierung) einen festen Wert, der für die
optimale Entwicklung des Gasdrucks (Innenballistik) von großer Bedeutung ist.

Das mechanische Ausziehen des Geschosses aus der Hülse und Entfernen der Treibladung nennt man Delaborieren.

Man beachte: Delaborieren von Patronen ist nur mit einer Erlaubnis nach dem Sprengstoffgesetz gestattet.


Frage: Welche Arten von Patronen unterscheiden wir?

Antwort:
Wir unterscheiden
- Scharfe Patronen (mit Ladung und Geschoss),
- Signalpatronen (mit Treib- und Leuchtsatz),
- Reizstoff-, Gaspatronen (mit Reizstoffen),
- Alarmpatronen (Knall- und Platzpatronen mit Ladung, ohne festes Geschoss),
- Plastik-Trainingspatronen (mit Zündladung),
- Exerzierpatronen (ohne Ladung u. Zündsatz).


Frage: Aus welchem Material besteht die Hülse einer Patrone?

Antwort:
Hülsenmaterialien sind:
1. Metalle (z.B. Schwermetalle wie Messing und Leichtmetalle wie Aluminium),
2. Papier, Pappe,
3. Kunststoffe (Plastik).


Frage: Welche Form hat die Hülse einer Patrone?

Antwort:
Moderne Büchsenpatronen haben eine flaschenförmige Hülse (meist aus Messing),
Schrotpatronen, Kleinkaliber- und Flobertpatronen eine zylinderförmige Hülse, Kurzwaffen-
patronen meist ebenso .Der Patronenboden weist einen Rand, eine Rille(ohne Rand) oder einen Gürtel (zur Verstärkung) auf.


Frage: Hält die Patronenhülse dem Gasdruck Stand?

Antwort:
An die Festigkeit des Hülsenmaterials werden große Anforderungen gestellt; dennoch
hält die Hülse allein dem hohen Gasdruck nicht Stand. Dies ist vielmehr die Aufgabe des Patro-
nenlagers der Schusswaffe, das zur Form der Hülse passen muss.
Bei der Schussentwicklung muss sich die Patronenhülse unter dem Einfluss des Drucks der
Pulvergase elastisch ausdehnen ohne aufzureißen, an das Patronenlager anlegen (anlidern)
und dieses nach hinten zuverlässig abdichten, damit keine Pulvergase nach hinten durch-
schlagen können. Nach dem Schuss muss die Hülse wieder zurücklidern, damit sie dem Pa-
tronenlager wieder entnommen werden kann.


Frage: Was versteht man unter einer Patrone mit Randfeuerzündung?

Antwort:
Bei einer Patrone mit Randfeuerzündung ist die Zündmasse (der Zündsatz) in den
verbreiterten Rand des Hülsenbodens eingebracht und wird durch den Schlag des Schlag-
bolzens auf den Rand der Patrone gezündet. Als Gegenlager ("Amboss") für den Schlag des
Schlagbolzens dient der Rand des Patronenlagers der Schusswaffe.


Frage: Wie ist der Aufbau einer Patrone mit Randfeuerzündung?

Antwort:
In die Hülse, die einen deutlichen Rand zeigt, sind eingelagert bzw. eingepresst:
1. das Geschoss (die Geschosse),
2. das Treibladungsmittel (Pulver),
3. der Zündsatz.

Diese Art der Anbringung des Zündsatzes ist für dünnwandige Hülsen energieschwacher Patro-
nen geeignet, z.B. Kleinkaliber- und Flobertpatronen.


Frage: Was versteht man unter einer Patrone mit Zentralfeuerzündung?

Antwort:
Bei einer Patrone mit Zentralfeuerzündung befindet sich der Zündsatz in einem soge-
nannten "Zündhütchen" in der Mitte (Zentrum) des Patronenbodens und wird durch den Auf-
schlag des Schlagbolzens, der den Zündsatz gegen einen "Amboss" presst, zur Entzündung
gebracht (erstmals um 1860),


Frage: Wie ist der Aufbau einer Patrone mit Zentralfeuerzündung?

Antwort:
In die Hülse sind eingelagert bzw. eingepresst:
1. Das Geschoss (die Geschosse),
2. das Treibladungsmittel (Pulver),
3. das Zündhütchen mit dem Zündsatz.


Frage: Was versteht man unter dem Amboss?

Antwort:
Unter Amboss versteht man das für die Zündung des Zündsatzes erforderliche Gegenlager für den Schlagbolzen der Waffe.

Der "Amboss", gegen den der Zündsatz des Zündhütchens bei der Zentralfeuerzündung ge-
presst wird, befindet sich entweder
a) im Hülsenboden der Patrone: Berdanzündung" mit ambosslosem Zündhütchen
(zwei bis drei dezentrale Zündkanäle)
oder
b) im Zündhütchen selbst."Boxerzündung" mit Ambosszündhütchen
(ein einzelner, zentraler Zündkanal).


Wiederlader bevorzugen Hülsen mit Boxerzündung wegen des zentralen Zündkanals, der ein
einfaches Entfernen des abgebrannten Zündhütchens ermöglicht.