|
Die Pistole
Die Pistole (von tschech. piUala "Rohr") ist eine kurzläufige Handfeuerwaffe (Kurzwaffe, älter: Faustfeuerwaffe) zur Selbstverteidigung (so die
ZDv 3/15 der Bundeswehr), für bestimmte jagdliche Zwecke (z.B. den Fangschuss auf Schalenwild) und für das sportliche Schießen.
Die ersten Pistolen kamen in der Mitte des 14. Jahrhunderts als Faustrohre auf
(Vorderladerwaffen). Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelte sich die Luntenschloss-PistolenPistole mit dem Luntenschloss zu einer eigenen Waffenart. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts war die Pistole mit
Radschloss neben den Blankwaffen die Hauptwaffe der Kavallerie (Nahkampf). Im 17. Jahrhundert wurde sie durch die Steinschloss-Pistole verdrängt, die wiederum im 18. Jahrhundert durch die Pistole mit
Perkussionszündung abgelöst wurde. Ab der Entwicklung des Radschlosses gab es einläufige und doppel-(zwei-)läufige Pistolen. Die erste Hinterladerpistole(mit Nadelzündung) entwickelte 1845 der Franzose Casimir
Lefaucheux.
Die Selbstlade-Pistolen wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfunden (Mauser C 93196 u.a.) und bis heute weiter entwickelt . Selbstladepistolen besitzen ein Stangenmagazin für die Aufnahme
der Patronen. Durch den Gasdruck beim Abfeuern einer Patrone wird der Verschluss geöffnet, die abgeschossene Hülse ausgeworfen und - beim Vorgleiten des Verschlusses - eine neue Patrone in das Patronenlager
eingeführt, ggf. der Hahn neu gespannt -. Die Pistole ist "selbsttätig" (automatisch) wieder feuerbereit.
Wegen dieses Automatismus funktionieren häufig nur Vollmantelgeschosse und Patronen mit etwa
gleichbleibender Pulverladung in SL-Pistolen einwandfrei.
Man unterscheidet SL-Pistolen mit fest stehendem Lauf und Masseverschluss bzw. Federverschluss (für schwächere Patronen) und solche mit beweglichem
Lauf, der zunächst zusammen mit dem Verschluss (verriegelter Verschluss) zurückgleitet und dabei erst getrennt wird (für stärkere Patronen).
|